Dienstag, 27. August 2013

Quid Pro Quo Teil 1






Titel: Quid Pro Quo 

Fandom: Buffy
Inhalt: Buffy ist plötzlich verschwunden und nicht einmal Willow ist in der Lage, sie aufzuspüren. Giles bleibt nur noch die Möglichkeit, das Orakel von Eramesch aufzusuchen, welches in dem Ruf steht, ausnahmslos jede Person auf der Welt aufspüren zu können. Doch diese Reise birgt gewisse Gefahren in sich: Man sagt, um die Hilfe des Orakels in Anspruch nehmen zu können, muss man ihm im Ausgleich dafür sein Innerstes vollkommen preisgeben...
Spoiler: Buffy Season 8 (Comics)
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Teil: 1/2
Disclaimer: Alle in dieser Story verwendeten Charaktere und Grundkonzepte sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber. Sie werden einzig und allein zu Unterhaltungszwecken genutzt. Eine Copyright-Verletzung ist weder beabsichtigt noch impliziert.
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Rupert Giles




Teil 1

 

Die Nacht war stockdunkel, so dunkel, dass selbst das Fernlicht seines Wagens die Straße vor ihm kaum wirkungsvoll erleuchten konnte. Die vielen Kurven, die ihn immer wieder in letzter Sekunde das Lenkrad herumreißen ließen, trugen zusätzlich zur Unübersichtlichkeit des scheinbar unendlichen Weges bei, den er noch vor sich hatte.
Vielleicht kam es ihm aber auch nur so vor, dass sich die Reise genauso unvorhersehbar gab wie das Ziel, das er ansteuerte.
Was genau erwartete ihn am Ende? Wem oder was würde er gegenübertreten müssen, welchen hohen Preis für sein Anliegen bezahlen müssen?
Seine Quellen über das Orakel von Eramesch waren nur unzureichend gewesen. Und das trotz der Tatsache, dass dieses nicht wie andere Orakel über eine jahrtausendelange Geschichte verfügte. Vermutlich lag es gerade daran, dass er kaum Informationen hatte finden können. Ein Orakel, das zu jung war, um von mächtigen, uralten Zirkeln und Institutionen wirklich ernstgenommen werden zu können.
Diese Tatsache beunruhigte ihn mehr und mehr, je näher er seinem Ziel kam. Er hatte nur in Erfahrung bringen können, dass man bereit sein musste, sein Innerstes preiszugeben. Was auch immer das in der Praxis bedeuten mochte.
Doch welches Opfer er auch bringen musste, welchem grauenerregenden Wesen der Hölle er gegenübertreten musste: Ihm blieb keine andere Wahl. Alle anderen Optionen waren fehlgeschlagen.





,Ich könnte mitkommen.’
Faith’ Frage direkt vor seiner Abreise hatte fast gleichgültig geklungen, während sie achtlos mit den Schultern gezuckt hatte. Als wäre es ihr egal gewesen, was er ihr antworten würde. Aber nachdem er abgelehnt hatte, um sie vor dieser gefährlichen Mission zu schützen, war ihre Miene ausdruckslos geworden. Sie hatte ihren Blick abgewandt, um die Sorge zu verbergen, die in ihren Augen aufgeflackert war. Sorge, die er wahrscheinlich auch empfunden hätte, wäre sie diejenige gewesen, die das Orakel aufgesucht hätte. Er hatte ihr zuliebe so getan, als hätte er es nicht bemerkt, da er wusste, wie unangenehm es ihr war, unabsichtlich vor einem anderen Menschen Schwäche zu zeigen. Doch wahrscheinlich hatte er ihr nichts vormachen können. In den vergangenen Monaten, in denen sie eng zusammengearbeitet hatten, hatten sie sich besser kennen gelernt als in den Jahren zuvor. Ihnen war nichts anderes übriggeblieben. Selbst wenn es Erinnerungen von damals gab, die sie beide wohl nie vergessen würden und die ihn am Anfang hatten zögern lassen, Faith näher an sich heranzulassen.
Vertrauen bedeutete alles. Besonders im Angesicht ihres neuen Gegners, der danach trachtete, sie gegeneinander aufzubringen und den neuen Rat der Wächter auf diese Weise von innen heraus zu zerstören.





Erneut musste Giles abbremsen, als vor ihm plötzlich eine scharfe Neunziggradkurve auftauchte. Zwar zwang ihn die Serpentinenstraße, die in einer fast konstanten Steigung von zwanzig Prozent den hohen Berg hinaufführte, sowieso schon zu einer gemäßigten Fahrweise. Doch hin und wieder erwischte er sich dabei, wie er aus Ungeduld und Nervosität zu stark aufs Gaspedal trat, was auf dieser Straße leicht tödlich enden konnte.
Während er um die Kurve fuhr, wagte er einen Blick in den rechten Seitenspiegel und schluckte beunruhigt. Direkt neben ihm, nur etwa einen halben Meter von den Reifen seines Wagens entfernt, befand sich ein steiler Abhang. Eine falsche Lenkbewegung und er würde mitsamt dem Fahrzeug mehrere hundert Meter in die Tiefe stürzen. Und die wenigen, dürren Bäume, die auf dem nur teilweise mit Erde bedecktem Gestein wuchsen, würden seinen Sturz wohl kaum genügend abfedern, um ihn überleben zu lassen.
Zum Glück regnete es nicht.





In diesem Moment erklang über ihm ein lautes Donnergrollen. Wenig später zuckte ein greller Blitz über den schwarzen Nachthimmel und enthüllte für einen kurzen Moment riesige, dunkelgraue Regenwolken, die sich über ihm zusammengeballt hatten. Kurz darauf begann es so heftig zu regnen, als wolle es gar nicht mehr aufhören.
Der Wächter seufzte genervt auf und schaltete die Scheibenwischanlage ein.
Er hätte nicht daran denken sollen!
Sein Fuß trat leicht auf die Bremse und er drosselte die Geschwindigkeit auf dreißig Meilen pro Stunde. Bei diesem Regen konnte er noch weniger erkennen als zuvor und die nassen Straßen machten seinen Weg nach oben noch gefährlicher. Eigentlich sollte er noch langsamer fahren, doch die Unruhe und die Angst in seinem Inneren, vielleicht zu spät einzutreffen oder mit dieser Reise wertvolle Zeit zu verschwenden, trieben ihn unermüdlich voran.
Buffy konnten inzwischen die schlimmsten Dinge zugestoßen sein und er wusste nicht einmal ansatzweise, wo er sie finden konnte!





Einigermaßen vorsichtig lenkte er in die nächste Kurve ein und wollte, während er wieder aus ihr herausfuhr, schon beschleunigen, als er erkannte, dass die Straße erneut eine Biegung um fast hundertachtzig Grad machte. Er nahm den Fuß vom Gas und bremste noch etwas ab, bevor er einlenkte.
Bemüht darum, bloß keinen Millimeter nach rechts zu lenken, richtete er seinen Blick stur auf die steile Felswand links von ihm. Dennoch geriet sein Wagen auf der rutschigen Fahrbahn kurz ins Schlingern und einen erschreckenden Moment lang sah er sich schon den Abhang hinunterstürzen. Doch gerade noch rechtzeitig bekam er das Auto wieder unter Kontrolle und ließ die Kurve schwer atmend hinter sich.
Er hoffte inständig, dass diese Mission auch den gewünschten Erfolg haben würde, sonst war diese Fahrt definitiv zu anstrengend und zu gefährlich gewesen.





Plötzlich tauchte vor ihm aus der Regenwand ein altes Haus auf. Erst jetzt begriff er, dass die Felswand, die er vor wenigen Minuten so intensiv angestarrt hatte, gar keine Felswand war, sondern eine Mauer, die man aus dem Gestein herausgehauen hatte. Sie umgab bis auf den Zugang über die schmale Straße das gesamte Gelände und schien das große Anwesen vor neugierigen Blicken und womöglich auch vor ungebetenen Gästen zu schützen. Denn weitere Schutzmaßnahmen gab es nicht. Keinen hohen Zaun, keine Videokameras und auch kein großes Tor, das erst geöffnet werden musste, bevor man auf das Grundstück gelangen konnte.
Trotzdem wirkte die Mauer bedrohlicher als jede andere Schutzmaßnahme. Unwillkürlich fragte man sich, ob sie vielleicht gar nicht dafür gedacht war, das Wesen im Inneren des Anwesens zu schützen, sondern dazu diente, es einzusperren.
Giles befürchtete, dass er die Antwort auf diese Frage nur allzu bald erfahren würde.





Zögerlich und in Schrittgeschwindigkeit fuhr er auf das Grundstück. Es beunruhigte ihn, dass ihn niemand empfing. Entweder wusste man bereits, wer er war und weshalb er das Orakel aufsuchen wollte, oder man sah ihn erst einmal als Feind an, bis sich das Gegenteil herausstellte.
Beides waren keine sehr erstrebenswerten Möglichkeiten.
Um sich abzulenken, sah er sich genau um, während er langsam auf das Gebäude zusteuerte. Meterhohe Bäume mit ausladenden Kronen säumten den Garten zu beiden Seiten des Kiesweges, in den die Straße einmündete und der zum Haus führte. Das Rascheln ihrer Blätter konnte er selbst durch das Donnern des Sturms über ihm hindurch hören.
Vor ihm entdeckte er einen kleinen Vorplatz direkt vor dem Bauwerk. Er beschloss, dort vor dem überdachten Eingang stehen zu bleiben und eilig die Treppe zur Haustür hinaufzulaufen. So würde er hoffentlich nicht allzu nass werden, selbst wenn er damit wahrscheinlich einem Empfangskomitee zuvorkommen würde. Denn bei diesem riesigen, mehrstöckigen Anwesen erwartete er, dass jeden Moment ein Butler im Anzug mit einem Regenschirm herauskam, um ihn ins Innere zu geleiten.





Trotz seiner Sorge blieb er noch ein paar Minuten lang im Wagen sitzen, nachdem er geparkt und den Motor abgestellt hatte. Er versuchte, sich zu sammeln und seine Gedanken und Gefühle zu ordnen. Er wusste nicht, wer oder was in diesem Gebäude auf ihn wartete, welcher dämonischen Kreatur er bald gegenübertreten musste und über welche Kräfte dieses Wesen verfügen würde. Daher wollte er nach außen hin beherrscht und gelassen wirken, um sich keine Blöße zu geben.
Wenn er schon sein Innerstes offen legen musste, wollte er dies so schmerzfrei und so schnell wie möglich hinter sich bringen. Und er durfte nicht zuviel preisgeben, sonst bestand die Gefahr, dass ihr neuer unbekannter Gegner davon erfuhr. Und dieser wusste schon viel zu viel über sie, das er überhaupt nicht wissen konnte und vor allem sollte.
Es wäre schon schlimm genug, wenn ihrem Feind vielleicht zu Ohren käme, dass Buffy spurlos verschwunden war und der Rat sie nicht finden konnte!





„Wie lange wollen Sie eigentlich noch so feige hier draußen rumsitzen?“
Die harsche fremde Stimme ließ ihn erschrocken zusammenfahren. Er beugte sich vor und starrte angestrengt zur Frontscheibe hinaus. Allmählich erkannte er undeutliche Konturen einer älteren Frau um die Siebzig, die ihn kalt und mit ausdrucksloser Miene musterte. Der Grund dafür, warum er sie so spät entdeckt hatte, war, dass die Regentropfen nicht an ihr abprallten und ihren Körper hinunterliefen, sondern durch sie hindurch fielen. Sie war ein Geist, schloss er. Soviel zu dem elegant gekleideten, vornehmen Butler, der ihn mit einem Regenschirm abholte!
„Ich wollte nur sichergehen, ob ich auch erwartet werde.“, erklärte er entschuldigend.
Ihr durchdringender Blick ließ ihn schaudern, während er ausstieg. Sie wirkte, als würde sie ihm am liebsten grauenvolle Schmerzen zufügen und das allein, indem sie ihn ansah. Als wäre sie früher einmal als Lebende dazu imstande gewesen.





„In diesem Haus lebt ein Orakel. Natürlich hat man Sie erwartet. Und das schon seit Stunden.“, wies sie ihn barsch zurecht, während der Regen ihn sofort bis auf die Haut durchnässte. „Aber dank Ihrer Warterei musste ich hier raus in den Sturm kommen, um Sie abzuholen.“ Mit einem wütenden Schnauben wandte sie sich von ihm ab und schwebte auf die Eingangstür zu.
Er beeilte sich, ihr zu folgen, doch sie glitt einfach durch das Holz hindurch und ließ ihn allein im Regen zurück.





Er wollte sich gerade bemerkbar machen, als der Geist drinnen einen fast trotzig klingenden Fluch ausstieß. „Jahaaa, ist ja schon gut.“, antwortete sie laut einer fremden Person, deren Aufforderung er nicht gehört hatte.
Wenige Sekunden später öffnete sich die Tür vor ihm von ganz allein und er trat ein.
Im Inneren erwartete ihn ein beleidigt wirkendes Gespenst in einem großen Foyer mit hohen, in hellen Pastelltönen gestrichenen Wänden, das von einem riesigen mehrstöckigen Kronleuchter erhellt wurde. Einige Meter hinter seinem unfreundlichen Empfangskomitee befanden sich zwei Treppen, die in einem weiten Bogen in den ersten Stock führten. Etwa einen Meter links von ihm erhob sich eine alte, kunstvoll verzierte Standuhr aus dunklem Holz, deren lautes Ticken den ganzen Raum erfüllte.
Erst jetzt konnte er den Geist richtig erkennen. Die ältere Frau trug ein hochgeschlossenes, schwarzes Kleid und hatte ihre grauen Haare zu einem strengen Dutt hochgebunden. Dieser Aufzug passte sehr gut zu ihrem biestigen Charakter und erinnerte ihn unwillkürlich an ein sehr humorloses Kindermädchen, das gerne zum Spaß Hausarrest und Fernsehverbot erteilte.
Zögerlich trat er auf dem weißen Marmorfußboden einen Schritt nach vorne und streckte die Hand aus. „Rupert Giles.“, stellte er sich höflich vor.
Der Geist musterte seine Hand, als wäre sie ein Ekel erregendes Insekt. „Und?“ Dann verdrehte sie plötzlich genervt die Augen. „Ja, ist ja guhut.“, rief sie hinter sich und setzte ein sehr schwaches Lächeln auf, während sie sich wieder ihrem Gast zuwandte. „Esme.“ Sofort versteinerte sich ihre Miene wieder und sie drehte sich unwirsch um. „Und jetzt folgen Sie mir gefälligst! Keine Alleingänge oder Sie können was erleben!“





Seufzend zog der Brite seine Hand zurück und eilte dem Geist hinterher, bis er zu ihr aufgeschlossen hatte. „Lassen Sie mich raten: Sie waren in Ihrem Leben eine Hexe.“, vermutete er laut, um die bedrückende Stille zwischen ihnen zu überbrücken.
Sie warf ihm einen stirnrunzelnden Blick zu.
Zuerst befürchtete er, sie hätte seine Frage als Beleidigung aufgefasst. Doch dann hob sie überrascht die Augenbrauen. „Sie werden dem Orakel gefallen.“, prophezeite sie, bevor sich ihr Gesichtsausdruck verfinsterte. „Aber nur für den Fall, dass Sie jetzt auf dumme Gedanken kommen: Ich verfüge immer noch über Zauberkräfte.“
Er rieb sich kurz frustriert die Stirn, während er sich inzwischen brennend dafür zu interessieren begann, was für ein Dämon das Orakel war. Esme mochte immer noch über starke Zauberkräfte verfügen, aber ihrem Herrn gegenüber war sie wohl bestimmt weit unterlegen. Dennoch wirkte sie nicht im Mindestens eingeschüchtert. Er bezweifelte sogar, das es irgendetwas auf der Welt gab, das sie jemals einschüchtern könnte. Wieso hatte man dann ausgerechnet sie als Wächterin des Orakels ausgewählt? Um den Dämon psychologisch in Schach zu halten?





Währenddessen hatten sie die Treppen erreicht. Doch statt in den ersten Stock hinaufzusteigen öffnete der Geist mit einem Fingerschnippen eine Geheimtür in der Verkleidung zwischen den Stufen. Giles warf einen neugierigen Blick in das dunkle Innere, konnte jedoch kaum etwas erkennen.
Esme reagierte ungeduldig. „Na los, rein da! Keine Angst, da sind keine Ratten drin!“
Er sah sie kurz ungehalten an. Allmählich begann es ihn wirklich zu stören, dass sie ihn nicht leiden konnte, obwohl sie ihn gar nicht kannte. Dennoch gebot ihm seine gute Erziehung, einer älteren Frau gegenüber nicht patzig zu werden. Jedenfalls noch nicht.
Er drückte sich an ihr vorbei, um nicht mit ihr in Berührung zu kommen und dabei einem Kälteschauer ausgesetzt zu werden. Eilig betrat er den kleinen Raum und sah sich um. Die kleine Kammer mit den kalten, grauen Wänden war nur spartanisch eingerichtet: Vor ihm stand ein kleiner Tisch vor einem großen, rechteckigen Spiegel ohne Rahmen, der ihn sofort an die Einwegspiegel in einem Polizeirevier erinnerte. Links von ihm befand sich eine einfache Tür aus Holz. Mehrere Neonröhren an der Decke tauchten den Ort in ein grelles Licht. Kurz gesagt: Es wirkte ganz wie ein Verhörraum.





Plötzlich marschierte Esme ohne Vorwarnung direkt durch ihn hindurch. Er keuchte geschockt auf. Es fühlte sich an, als wäre er gerade in einen zugefrorenen See eingebrochen und würde nun vollständig untertauchen. Er brauchte eine Weile, um sich von dem Kälteschock zu erholen, und konnte mehrere Minuten lang das Zittern seines Körpers kaum unterdrücken.
Doch den Geist störte dies nicht im Geringsten. „Leeren Sie Ihre Taschen aus! Sofort!“
Irritiert blinzelnd kam er ihrer Aufforderung nach und legte seine Autoschlüssel und seine Brieftasche auf den Tisch. Dabei fragte er sich im Stillen, wozu dies gut war. Wollte Esme etwa sichergehen, dass er keine Waffen zu dem Orakel hineinschmuggelte?
Diese ignorierte den Schlüsselbund und wandte sich sofort dem Geldbeutel zu. Mit einem Fingerzeig klappte sie diesen auf und untersuchte penibel jedes Fach, bis sie schließlich zufrieden nickte. „Okay, Sie können die Sachen wieder einstecken und durch die Tür gehen.“
Er wollte sich gerade vorbeugen, um seine Habseligkeiten zurückzunehmen, als der Geist beschloss, den Raum zu verlassen. Erneut schritt sie einfach durch ihn hindurch und ließ ihn keuchend zurück.
Sie hatte es mit voller Absicht getan, nur um ihn zu ärgern. Das war nur allzu deutlich.





Kaum war sie verschwunden, atmete er tief durch und musterte die Tür vor ihm mit wachsendem Unbehagen, während er die Schlüssel und die Brieftasche verstaute. Er war sich sicher, dass sich dahinter das Orakel befand. Doch er wusste nicht genau, was ihn erwartete. Ein Dämon wie Beljoxas Auge, der ihn aus Hunderten von Augen durchdringend ansah? Oder eine andere uralte, mystische Gestalt, die mit Hilfe eines geheimnisvollen und mächtigen Rituals die Gesuchte aufspüren würde? Und wie würde dieses Wesen seine Gegenleistung einfordern? Mit Gewalt? Oder würde es Giles sofort durchschauen und alles Wissenswerte aus ihm herauslesen, ohne dass er sich dagegen wehren konnte?
Er unterdrückte seine Bedenken und Zweifel und ging entschlossen auf die Tür zu. Er öffnete und trat in den Gang dahinter, der direkt vor ihm nach rechts abknickte. Verwundert folgte er der Kurve und entdeckte, dass es am anderen Ende des Flurs nur noch eine Tür gab. Diese lag auf der rechten Seite, parallel zu dem Zimmer, aus dem er gerade gekommen war.
Er hatte also Recht gehabt: Der Spiegel war ein den Einwegspiegel gewesen. Wahrscheinlich hatte man ihn durch diesen hindurch beobachtet.
Zögerlich blieb er eine Minute lang vor der Tür stehen und versuchte, sich zu sammeln. Er musste so undurchsichtig wie möglich wirken. Für Buffy, seine Freunde und den gesamten Rat der Wächter.
Mit einem Ruck drückte er die Klinke herunter und trat ein.

 

tbc...


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