Freitag, 27. September 2013

Who’s There To Save The Hero?



Titel: Who's there to save the hero? 

Fandom: Buffy
Inhalt:
Ein Rauswurf und die Erkenntnis, dass es immer jemanden gibt, der zu einem hält...
Spoiler: Buffy 7x20, Touched
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Teil: 1/1
Disclaimer:
Alle in dieser Story verwendeten Charaktere und Grundkonzepte sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber. Sie werden einzig und allein zu Unterhaltungszwecken genutzt. Eine Copyright-Verletzung ist weder beabsichtigt noch impliziert.

Songtext:
Beyonce - Save the Hero
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Buffy Summers/Spike





I Lay Alone Awake At Night,
Sorrow Fills My Eyes
But I'm Not Strong Enough To Cry
Despite Of My Disguise



I'm Left With No Shoulder
But Everybody Wants To Lean On Me
I Guess I'm Their Soldier
But Who’s Gonna Be Mine?



Sie starrte hinaus auf den Vorgarten des leerstehenden Hauses, das sie gerade für sich in Anspruch genommen hatte. Trotz der Dunkelheit, die sich über Sunnydale gelegt hatte, als die Nacht hereingebrochen und der Strom ausgefallen war, konnte sie die Folgen der panischen Massenflucht deutlich erkennen: Verlassene und zerstörte Autos, eingeworfene Fensterscheiben, umgestoßene Mülltonnen, sogar ein überfahrenes Kätzchen lag noch auf der Straße. Verlassen, einsam, einfach zurückgelassen.
Buffy schloss die Augen, als eine weitere Welle des Selbstmitleids durch sie hindurchströmte. Sie verschränkte automatisch die Arme vor der Brust und ermahnte sich, sich gefälligst nicht so gehen zu lassen. Es war schon peinlich gewesen, vor Faith in Tränen auszubrechen. Etwas, für das sie sich selbst hätte ohrfeigen können.



Die letzten Monate hatte sie sich stets unter Kontrolle gehabt. Schwäche zu zeigen oder zu weinen war für sie nie in Frage gekommen. Sie hatte stark sein müssen, ein Schutzschild für ihre Freunde und die Anwärterinnen, die ohne sie verloren gewesen wären. Sie hatten sich doch auf sie verlassen, hatten auf sie gesetzt, sie, die strahlende Heldin, die bisher jeden Weltuntergang hatte verhindern können.
Sie hatte für sie kämpfen wollen, selbst nachdem sie erkannt hatte, dass das Urböse nicht so leicht zu besiegen war wie ihre früheren Gegner. Gegen ein gestaltloses Wesen half kein Pflock, kein Schwert, kein Sprengstoff, kein mächtiger Zauber, keine selbstlose Geste und erst recht nicht ihr Tod.
Obwohl sie es niemals zugegeben hätte, war sie immer noch geschwächt von den Ereignissen des vorletzten Jahres. Ja, sie hatte inzwischen überwunden, dass man sie aus dem Himmel geholt hatte. Doch sie hatte auch begreifen müssen, dass das Böse in jedem von ihnen stecken konnte. Selbst in einer zurückhaltenden, liebevollen Person wie Willow.
Manchmal gab sie sich die Schuld dafür. Hätte sie die Hexe nicht zu sehr für den Kampf gegen das Böse eingespannt, wäre diese wohl nie magiesüchtig geworden und hätte nicht versucht, die Welt zu vernichten.



Und nun hatte man sie hinausgeworfen. Sie könnten ihr nicht mehr folgen, hätten sie aus den Augen verloren. Sie wäre abweisend geworden, ein kaltblütiger General, der seine Truppen erbarmungslos in die Schlacht führte.
Sie wünschte, es wäre so. Dass es ihr nichts ausmachen würde, wenn einer ihrer Mitstreiter, ihrer Freunde, starb. Sie wünschte, sie könnte sich auf diese Menschen stützen, so wie sich diese auf sie stützten. Aber sie waren zu schwach oder zu unerfahren. Wenn sie, die Jägerin, bereits Probleme damit hatte, einen dieser Übervampire zu töten, würden sie ganz sicher gegen einen Turok-Han ihr Leben lassen.
Sie musste sich vor sie stellen und sie anführen, denn niemand konnte sich vor sie stellen und ihre Rolle übernehmen.




Who’s There To Save The Hero
When She's Left All Alone
And She's Crying Out For Help
Who’s There To Save The Hero
Who’s There To Save The Girl
After She Saves The World



Für einen Moment hatte sie an Faith gedacht. Die Dunkelhaarige besaß dieselben Kräfte wie sie. Aber besaß sie auch dasselbe Verantwortungsgefühl? Konnte sie ihre Freunde beschützen, sie davor bewahren, den Tod zu finden?
War Faith imstande, die Welt retten?
Sie hatte ihr das Feld überlassen, notgedrungen. Aber dies bedeutete für sie, am Spielfeldrand stehen zu müssen und nicht eingreifen zu können, falls Gefahr drohte. Hilflos, handlungsfähig und vor allem ohne eine Möglichkeit zu haben, das Ruder selbst herumzureißen, um ihren Freunden zu helfen.
Ja, vielleicht war sie kontrollsüchtig, vielleicht hatte sie sich zu sehr daran gewöhnt, die Heldin zu sein, die den Tag rettete. Doch bisher hatte sie noch niemanden getroffen, der sie davor hätte bewahren können.




I Bottle All My Hurt Inside,
I Guess I'm Living A Lie
Inside My Mind Each Day I Die,
What Can Bring Me Back To Life



A Simple Word, A Gesture,
Someone To Say You're Beautiful
Come Find This Burried Treasure,
Rainbows Lead To A Pot Of Gold.



Sie hatten ihr vorgeworfen, sie nicht mehr an sich heranzulassen. Dass sie sich verschloss, sowohl für jede Art von Kritik als auch für hilfreiche Vorschläge.
Doch hatten sie nicht genau das von ihr verlangt? Hatten sie nicht nach ihrer tragischen Niederlage gegen den Übervampir befürchtet, dass sie dieser neuen Gefahr nicht gewachsen war? Hatten sie etwa nicht Angst gehabt, sterben zu müssen, wenn sie versagte? Hatten sie etwa nicht geglaubt, sie könne sich als zu schwach im Kampf gegen das Urböse erweisen?
Sie war ihr Schutzschild vor der Apokalypse, die einzige Person in ihrem Umfeld, die den drohenden Weltuntergang verhindern konnte. Wenn sie sich schwach gezeigt hätte, hätten sie an ihr gezweifelt und allen Mut und alle Hoffnung verloren. Und nur das hatte Buffy all die Jahre aufrechtgehalten: In die Augen ihrer Freunde zu blicken und Hoffnung darin zu sehen. Hoffnung darauf, dass sie es schaffen konnte.
Die einzige Geste, die wertvollste und entscheidendste Hilfe, die sie ihr hatten zukommen lassen.
Und die sie ihr nun verwehrten.
Der Einzige, der immer noch an sie zu glauben schien, war Spike.




I've Given Too Much Of Myself
And Now It's Driving Me Crazy
I'm Crying Out For Help
Sometimes I Wish Someone Would Just Come Here And Save Me
Save Me From Myself



Sie hatte doch nur versucht, ihnen jegliche Entscheidung abzunehmen. Die Entscheidungen, die ihre Freunde nicht treffen konnten, weil sie die Konsequenzen nicht hätten aushalten können. Willow hätte die Anwärterinnen nie in die Schlacht führen können, besonders nicht, nachdem eine von ihnen ihre Geliebte geworden war. Und Xander? Nein, nicht der gutmütige Xander, der sich in jeder noch so gefährlichen und aussichtslosen Situation seinen Humor bewahrt hatte. Was wäre aus ihnen geworden? Eine nettere Version der bösen Willow oder ein ernster, nie wieder lächelnder Xander?
Und Giles? Der Engländer hatte sich doch stets im Hintergrund gehalten, wohlwollende Ratschläge verteilt und ihr Dämonen aus seinen Büchern erklärt. Konnte er wirklich an der Spitze ihrer kleinen Truppe stehen, Kinder in den Tod schicken und ihnen beim Sterben zusehen, ohne daran zu zerbrechen?
Wenn sie ehrlich zu sich war, konnte sie es selbst nicht. Es machte sie fertig. All die letzten Monate hatte sie versucht, all die Zweifel und Ängste in ihrem Inneren abzutöten, um stark genug zu sein. Ihre Freunde verließen sich auf sie, weil sie übermenschliche Kräfte besaß. Sie verließen sich darauf, dass sie ihnen die schweren Entscheidungen abnahm, da sie dies bisher immer getan hatte.
Sie hatte ihnen durch ihren Selbstmord sogar die Entscheidung abgenommen, ob sie Dawn töten sollten oder nicht. Selbst wenn ihre Freunde diese Entscheidung nicht hatten akzeptieren können.



Erneut kehrten ihre Gedanken zu Spike zurück.
Giles hatte von ihr wissen wollen, warum sie den Vampir nicht umgebracht hatte. Oder zumindest den Chip nicht hatte erneuern lassen. Sie hatte behauptet, Spike wäre wichtig im Kampf gegen das Urböse. Dass er ein wertvoller Verbündeter war, den sie nicht verlieren konnten.
In Wirklichkeit hatte sie ihn nicht aufgeben wollen. Sie wusste nicht, woran es lag, doch er zweifelte nicht an ihr, egal was sie tat. Es schien nicht die verzweifelte Hoffnung auf Rettung zu sein, die ihn antrieb, sondern irgendein Wissen von ihrer tatsächlichen inneren Stärke. Jedenfalls wurde er nicht müde, ihr dies zu versichern.
Er hatte ihre dunkle Seite gesehen, hatte sie sogar hervorzulocken versucht. Er hatte sie aus ihrer Lethargie geholt, nachdem sie nach ihrer Wiedergeburt am liebsten sofort wieder gestorben wäre.



Er allein war scheinbar in der Lage, hinter die harte, undurchdringliche Mauer zu blicken, die sie all die Jahre immer höher um sich herum errichtet hatte. Sie vermutete, dass er keine Angst davor hatte, ihre Schwächen zu sehen, weil er stark genug war, sie zu ertragen. Und das ohne das Vertrauen in sie zu verlieren. Er verstand sie. Jede ihrer Entscheidungen. Ohne dass sie sich erklären musste. Ohne dass sie sich öffnen und sich selbst ihre Ängste eingestehen musste. Sie musste ihm nicht vorspielen, jemand anderer zu sein. Jemanden, den er gerne in ihr sehen wollte, um sich besser zu fühlen.



Doch war das nach den letzten Monaten wirklich noch der Fall? Ja, sie hatte sich von ihren Freunden entfernt, emotional und körperlich. Hatte versucht, Abstand zu gewinnen, um sie anführen zu können. Um ein starkes Vorbild abgeben zu können, das alles in seiner Macht stehende tun würde, um die Welt zu retten. Eine Anführerin, die das Wichtige, die Verhinderung der Apokalypse, nie aus den Augen verlor, selbst wenn der Sturm noch so heftig tobte und ihr allmählich einen Verbündeten nach dem anderen entriss. Sie wollte nicht riskieren, dass sie an ihr zweifelten, wie sie es nach ihrer Niederlage gegen den Übervampir getan hatten. Sie wollte nicht, dass sie fürchten mussten, sie könne sie nicht beschützen. Sie wollte nicht, dass sie ihre Hoffnung in sie verloren. Aber wer würde sie beschützen, wenn sie versagte?




Who’s There To Save The Hero
When She's Left All Alone, And She's Crying Out For Help
Who’s There To Save The Hero
Who’s There To Save The Girl After She Saves The World




Müde und völlig erschöpft wandte sie sich von dem Fenster ab und wanderte durch das Haus, bis sie das Schlafzimmer gefunden hatte. Sie war am Ende ihrer Kräfte, wollte am liebsten einfach aufgeben.
Sie ließ sich auf das Bett fallen und rollte sich zusammen. Als sie die weiche, Geborgenheit spendende und doch kühle Bettwäsche an ihrer Wange spürte, gestattete sie sich, für einen Moment die Augen zu schließen.
Hatte sie versagt? War sie wirklich zu weit gegangen und hatte sich in eine mitleidlose Kampfmaschine verwandelt, die das Wohlergehen ihrer Mitstreiter nicht mehr interessierte? War sie vollkommen abgestumpft?



Im ersten Moment bemerkte sie nicht, dass Spike das Zimmer betreten hatte. Sie überhörte sogar sein Klopfen. Erst als er ansprach, registrierte sie, dass er sie hier gefunden hatte, und drehte sich zu ihm um. Er erzählte ihr, dass er Häuser betreten konnte, ohne eingeladen zu werden. Dies sei ein Anzeichen dafür, dass das Böse nun die Stadt beherrsche. Dann schimpfte er auf Faith. Dass sie ein verlogenes Miststück sei.
Obwohl sie ihm nicht zustimmen konnte, taten ihr seine Worte gut. Sie gaben ihr Hoffnung, dass sie nicht ganz verloren war. Wenn auch nur ein wenig.
Daher bestand sie nicht darauf, dass er ging, als sie ihn wegschickte und er sich weigerte.
Daher ließ sie zu, dass er schließlich zu ihr ins Bett kam, sich neben sie legte und mit allen Mitteln versuchte, ihr wieder Mut zu machen.
Daher rief sie ihn zurück, als er sie allein lassen wollte, und bat ihn, bei ihr zu bleiben.



Ende

 

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